Rochade Europa
Van Wely gegen Rebel
Wolfgang Battig
Das holländische Programm Rebel Century in der neuesten Version 4.0 spielte im Februar 2002 einen Wettkampf über 4 Partien gegen GM Loek van Wely, Nr. 1 unseres Nachbarlandes und mit derzeit ELO 2646 (halte auch schon deutlich über 2700) ein sehr starker und computererfahrener GM.
Leider befindet er sich momentan in einer ziemlichen Formkrise, galt aber trotzdem als Favorit im Kampf gegen Rebel zumal er sich nach seinem letzten Turnier ca. 1 Woche auf das Programm vorbereiten konnte. Rebel dürfte te zusammen mit Fritz das mit Abstand erfolgreichste Programm im Spiel gegen Menschen sein. Schon in den erwähnten AEGON-Turnieren war Rebel immer sehr erfolgreich und häufig eines der besten, manchmal auch das beste Computerprogramm.
In früheren Wettkämpfen, die Ed Schröder, Autor von Rebel, organisierte, wurden GM Jussupow und Ex-WM Anand in kombinierten Blitz-/Aktiv-/Turnierschachwettkämpfen besiegt. Auch GM van der Wiel, der als beste Anticomputer-Spieler der Welt gilt, musste sich im vergangenen Jahr gegen Century 3 knapp geschlagen geben. Rebel halte übrigens einen Athlon XP 1900+ mit 512 MB RAM zur Verfügung.
In der ersten Partie kam van Wely mit Schwarz im Französischen in Schwierigkeiten, aus denen er sich aber befreien konnte. Obwohl er nach einer AbwickJung nur 2 Läufer und ein paar Bauern gegen die Dame von Rebel hatte, war seine Stellung nicht zu verlieren. Trotzdem lehnte er ein Remis ab um schließlich in volgender Stellung im 98. Zug die Partie doch noch wegzuwerfen:
Nach diesem etwas glücklichen Auftakt von Rebel wurde das Program in Partie Nr. 2 vom GM ganz im Stile seines Sieges gegen Fritz bei der holländischen Meisterschaft 2000 zerlegt.
Im 3. Gefecht wählte Scharz wieder Französisch. Diesmal wurde der GM jedoch von Rebel in einer hervorragenden Partie in nur 34 Zügen geschlagen.
In der letzten und entscheidenden Partie gelang es van Wely wieder, Rebel in nur 22 Zügen zu überspielen und er konnte die Partie letztlich trotz einiger technischer Schwierigkeiten in 55 Zügen gewinnen.
Somit endete der Wettkampf mit 2:2, wobei angesichts der ersten Partie das Resultat als etwas glücklich für Rebel anzusehen ist. Andererseits hat man selten einen Top-GM gegen ein Computerprogramm so untergehen sehen wie in Partie 3. Insgesamt waren beide Wettkämfe sehr interessannt und es bleibt zu hoffen, dass auch zukünftig weitere Matches dieser Art, vielleicht auch mal mit Beteiligung "Schächerer" Spieler und Programme organisiert werden.









